Aufstellung mit dem Systembrett im tragenden Rahmen der Gruppe · die etwas andere Art der Familienaufstellung
Zur Illustration, was so eine Aufstellung mit dem Systembrett im tragenden Rahmen der Gruppe bewirken kann, erzähle ich Ihnen von einer Aufstellung, die sich so in einem eintägigen Aufstellungs-Seminar „Gut aufgestellt!” ereignet hat:![]()
In der Mitte des Raumes steht ein Ständer aus Holz, fast wie ein Tisch sieht das aus.
Darauf liegt ein so genanntes Systembrett, auf dem sich zwei Holzfiguren befinden.
Um dieses Systembrett herum stehen die Teilnehmerin, die jetzt mit mir arbeitet, und ich als Aufstellungsleiter.
Wir wollen die soeben aufstellende Teilnehmerin „Anna” nennen …
Anna hat soeben ihr Bild gestellt und ich lade sie ein, sich dieses Bild aus verschiedenen Perspektiven anzusehen. Ich spreche leise. Die Energie im Raum ist im Moment noch drückend schwer. Als läge eine schwere Last auf Anna. Auf uns.
Ich weiß, dass da noch andere Menschen im Raum sind, die uns zuschauen. Ich habe sie jetzt allerdings ausgeblendet. Ich bin im Augenblick mit jeder Faser bei Anna. Für sie bin ich jetzt da, sie ist im Moment der wichtigste Mensch. Und dennoch – ich weiß, dass die Gruppe viel von dieser momentanen Schwere trägt. Ich weiß, dass die Gruppe auch für Anna da ist – bewusst oder unbewusst trägt sie jetzt zumindest einen Teil von Annas Schwere, nimmt ihr energetisch einiges von dieser Schwere ab.
Anna meldet sich sehr zögerlich, als ich vor Minuten gefragt habe, wer denn nun sein Thema aufstellen möchte. Sie steht kurz auf, um sich gleich darauf wieder hinzusetzen. Dann steht sie wieder auf. Und setzt sich wieder hin. Doch dann sagt sie: „Doch! Jetzt!”, springt von ihrem Sessel auf und stürmt zum Systembrett.
Ich frage, was denn ihr Thema sei. „Was immer ich tue, irgendwie erreiche ich nichts in meinem Leben! Ob beruflich oder privat. Irgendetwas hält mich zurück. So, als dürfte ich nicht erfolgreich sein. Ich möchte endlich meine Ziele erreichen …”
Nach meiner Einladung diejenigen Menschen, Gefühle oder andere wichtige Informationen aufzustellen, die Anna jetzt braucht, um einen guten Überblick über ihre Situation zu gewinnen, greift sie sehr schnell und zielstrebig in die Box mit den teils ungefärbten und teils färbigen Holzfiguren, entnimmt zwei Figuren und stellt diese ebenfalls sehr fokussiert auf.
Nachdem sich Anna ihr Bild aus verschiedenen Positionen angesehen hat, frage ich sie, ob sie mir denn sagen möchte, wer die beiden Figuren sind.
Da liegt eine ganz große Figur mit den Augen nach unten und daneben steht eine kleine Figur, die auf die liegende blickt.
„Die große Figur ist ein Sarg, und die kleine Figur bin ich.”
Stille. Schwere. Drückende Schwere. Immer noch sind die anderen Menschen ausgeblendet, aber ich spüre und weiß, dass auch sie jetzt für Anna tragen, mit Anna arbeiten.
„Kannst du erkennen, wer in diesem Sarg liegt?”, frage ich Anna. Nach einiger Zeit sagt sie mit leiser Stimme: „Meine Mutter.”
Diese Aufstellung endet nach circa einer halben Stunde mit einer guten Lösung für Anna. An Figuren sind noch ihr Vater und ihre fünf Geschwister hinzugekommen. Anna hat die so nötige Erlaubnis, in ihr eigenes Leben zu gehen endlich bekommen. Erteilt von ihren Eltern und von ihren Brüdern und Schwestern.
Worte wurden nicht viele gewechselt in dieser Aufstellung. Alles war umgeben von einer fast heiligen Stille. Die anfängliche Schwere ist einer dichten Energie gewichen. Diese Energie hat die Qualität von Trauer, Frieden, Liebe, (Er-)Lösung …
Anna geht zurück auf ihren Platz, ich bin unglaublich betroffen und berührt von dieser Aufstellung – und nehme erst jetzt bewusst wieder wahr, dass da ja noch weitere Menschen sind, die diesen tiefgehenden Aufstellungs-Prozess verfolgt haben. Und als ich bewusst in die Grippe blicke, sehe ich, wie sehr auch die anderen Teilnehmer betroffen und berührt sind.
Anna sagt später zu mir, dass sie niemals so die Gewissheit hatte wie bei mir, dass ich ihr Thema aushalten würde, dass sie bei mir ihr wirkliches Thema hinter dem eigentlichen Präsentationsthema anschauen könnte …
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Da stirbt beispielsweise die Mutter und die kleine Tochter mit zwei, drei Jahren muss dies miterleben. Und in ihrem Schmerz beschließt diese kleine Tochter aus Liebe: „Mama, wenn du nicht leben darfst, dann darf ich das auch nicht tun!”
Und was immer diese kleine Tochter, die mittlerweilen knapp 60 Jahre ist, im Außen auch tut, um erfolgreich zu sein – oder anders: um ihr eigenes Leben zu leben – es hilft nichts.
Aus familienaufstellerischer Sicht ganz klar: denn im Innen da hat diese kleine Tochter der Mutter aus Liebe versprochen, dass sie ihr eigenes Leben auch nicht leben wird.
Bewusst weiß die heute erwachsene Frau natürlich nichts mehr von diesem Versprechen. Aber sie erlebt in vielen Belangen, dass sie ihr eigenes Leben nicht erfolgreich in Besitz nehmen kann.
Und die Aufstellung ist eine mögliche (Beratungs-)Form, in der die Teilnehmerin bis zu den eigentlichen Wurzeln gelangen und damit auf die innere Ursache schauen kann – anstatt weiter im Symptom zu bleiben und im Außen wirken zu wollen.
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Für weiterführende Information lesen Sie bitte auch folgende Themen zur Aufstellung in der Gruppe:
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Der tragende Rahmen der Gruppen-Aufstellung · die etwas andere Familienaufstellung
Der tragende Rahmen der Gruppen-Aufstellung · Ihr persönlicher Gewinn
Der tragende Rahmen der Gruppen-Aufstellung · Ihre persönliche Aufstellung
